Biotope in "Australien"

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  Geografie

Die Fläche des australischen Kontinents umfasst nahezu 7,7 Millionen Quadratkilometer. Es handelt sich damit um den flächenmäßig sechstgrößten Staat der Erde. Australiens Nord-Süd-Ausdehnung von der Cape York Halbinsel bis zum Süd-Ost-Kap auf Tasmanien beträgt ungefähr 3860 km. Die Ost-West-Ausdehnung beläuft sich auf circa 4000 km. Die zentrale Landmasse weist eine Küstenlänge von ungefähr 36.000 km auf.

Es lassen sich geographisch drei Großlandschaften unterscheiden: die östliche, die mittlere und die westliche Großlandschaft.

Die westliche Großlandschaft, das Tafelland des westaustralischen Plateaus, nimmt etwa 60 Prozent der australischen Landmasse ein. Hier liegen die großen Trockengebiete der Großen Sandwüste, der Kleinen Sandwüste, der Gibsonwüste, der Großen Victoriawüste und der Nullarbor-Wüste. Kleinere Gebirge wie die MacDonnell Ranges und Inselberge wie der Uluṟu sind in großer Anzahl vorhanden.

Östlich schließt sich die mittlere Großlandschaft, das Sedimentbecken der Mittelaustralischen Senke beziehungsweise das zentrale Tiefland, an. Hier befindet sich mit der Simpsonwüste sowohl die trockenste Region des Landes als auch das größte Fluss-System, das Murray-Darling-Becken. In der mittleren Großlandschaft findet man neben Salzseen und periodisch austrocknenden Süßwasserseen auch den tiefsten Punkt Australiens.

Da sowohl die westliche als auch die mittlere Großlandschaft überwiegend unbewohnbar sind, lebt die Mehrheit der australischen Bevölkerung in der östlichen Großlandschaft. Diese östliche Großlandschaft umfasst die Übergänge vom Gebirge bis hinunter zur Küstenlandschaft. Dabei sind der Küste des Bundesstaates Queensland Korallenriffe vorgelagert, die in ihrer Gesamtheit das Great Barrier Reef bilden. Das diesen Teil des Landes prägende Gebirge ist der Höhenzug der Great Dividing Range, die sich von Norden nach Süden über 3200 km erstreckt. Tasmanien wird geologisch als Fortsetzung der Gebirgskette der Great Dividing Range angesehen. Mit 2229 m befindet sich in den zur Great Dividing Range gehörenden Snowy Mountains der Mount Kosciuszko, die höchste Erhebung der australischen Landmasse. Zwischen dem Gebirge und dem Küstenstreifen liegt die Ökozone von Wäldern gemäßigten Klimas.

Die großen Wüsten- und Halbwüstengebiete Australiens werden als Outback bezeichnet.

Der höchste Berg auf australischem Hoheitsgebiet ist mit 2745 m der auf der unbewohnten Insel Heard gelegene Big Ben. Er und der Vulkan der benachbarten McDonald-Insel sind zugleich die einzigen aktiven Vulkane des Staates. Der höchste Punkt des gesamten Kontinentes Australien-Ozeanien befindet sich mit der 4884 m hohen Carstensz-Pyramide auf der Insel Neuguinea.

Über die australische Kontinentalmasse erstrecken sich drei Zeitzonen. Die australischen Außengebiete liegen teilweise in anderen Zeitzonen.

Die Hauptstadt Canberra, zwischen Sydney und Melbourne gelegen, ist eine Stadt vom Reißbrett, eine Planhauptstadt. Sie entstand als Kompromiss, weil sich Sydney und Melbourne nicht darauf einigen konnten, welche der beiden Städte Hauptstadt des Commonwealth of Australia werden sollte. Die bevölkerungsreichsten Städte sind die Küstenstädte Sydney (4,1 Millionen Einwohner), Melbourne (3,6 Millionen Einwohner), Brisbane (1,8 Millionen Einwohner), Perth (1,4 Millionen Einwohner) und Adelaide (1,1 Millionen Einwohner) sowie die landeinwärts gelegene Landeshauptstadt Canberra (356.100 Einwohner).

  Klima

Klimazonen

Aufgrund seiner großen Nord-Süd-Ausdehnung weist Australien von Norden nach Süden drei verschiedene Klimazonen auf. An den tropischen Norden schließt sich in Richtung Süden im mittleren Bereich Australiens die subtropische Zone an, die ganz im Süden schließlich in die gemäßigte Klimazone übergeht. Diese Aufeinanderfolge lässt sich gut entlang der Ostküste des Kontinents nachvollziehen (siehe rechts in der Abbildung „Klimazonen“). Dabei werden Wetter und Klima vor allem in den küstennahen Gebieten hauptsächlich von drei Phänomenen bestimmt: dem tropischen Tiefdruckgürtel, der Passatwindzone und den subpolaren Westwinden.

Niederschlag

80 Prozent der Fläche Australiens sind semiaride und aride Gebiete mit weniger als 250 mm Niederschlag im Jahr. Das Zentrum des Landes bleibt ganzjährig weitgehend trocken. Südostpassatwinde bringen in den Gebirgen des Ostens ganzjährig Steigungsregen.

Im Sommerhalbjahr, das von November bis April andauert, treten in den Küstengebieten im Norden aufgrund eines Hitzetiefs Nordwestmonsune und starke Regenfälle auf. Zusätzlich kommt es über der Timorsee zu Wirbelstürmen. Südaustralien liegt zu dieser Zeit im subtropischen Hochdruckgürtel und bleibt weitgehend niederschlagsfrei.

Das Winterhalbjahr folgt von Mai bis Oktober. Dann ist es im Norden Australiens aufgrund eines Hochdruckgebiets trocken. Der Süden und Südwesten des Kontinents liegen in der Westwindzone, weshalb sie im Winterhalbjahr Niederschlägen ausgesetzt sind.

Temperatur

Seit 1988 ist ein deutlicher Trend zu höheren Durchschnittstemperaturen festzustellen.

Nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes geht das Jahr 2005 als das bisher heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnung der Wetterdaten im Jahr 1858 in die australische Geschichte ein. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2005 lagen die Werte um 1,04 °C über dem 30-Jahres-Mittel.

Der 1. Januar 2006 wurde in Australien als der heißeste Jahresanfang festgestellt. In Sydney wurden an der offiziellen Station am Observatory Hill um 16:24 Uhr Höchsttemperaturen von 44,7 °C gemessen. Der Januar-Temperaturrekord von 45,3 °C vom 14. Januar 1939 blieb jedoch unerreicht.

  Flora/ Fauna

Auf dem australischen Kontinent, der seit rund 50 Millionen Jahren durch Ozeane von den anderen Kontinenten getrennt ist, konnte sich eine eigene große Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren entwickeln. Innerhalb der Tierwelt sind Australiens Beuteltiere beispielhaftes Zeugnis für diese isolierte Entwicklung. Beuteltiere treten ansonsten nur noch in Nord- und Südamerika auf.

Von den rund 20.000 heimischen Pflanzenarten in Australien sind etwa 85 % ausschließlich auf diesem Kontinent zu finden. Typisch für die australische Vegetation sind die Eukalyptus- und Akazienbäume. Von beiden gibt es über 600 Arten. Der schnellwüchsige und anspruchslose Eukalyptusbaum kommt in den verschiedensten Umgebungen vor, auch im heißen und trockenen Zentralaustralien. Die Größe variiert von Buschhöhe bis zu 90 m. Im Südosten von Australien gibt es ausgedehnte Waldgebiete, die dichteste Vegetation findet sich in den tropischen Regenwäldern im Norden Queenslands. Starke Abholzung führt zu einer Gefährdung des Bestandes und bedroht die Artenvielfalt in den Wäldern. In den Trockengebieten Westaustraliens kommt der Baobab-Baum vor, der auch Flaschenbaum genannt wird. Dieser Baum kann in seinem Stamm Wasser speichern. Weite Flächen des Landesinneren sind von Grasland geprägt. Die bedeutendste Pflanzengesellschaft hier ist das Spinifex-Grasland, das etwa ein Viertel der Landesfläche einnimmt.

Typische Vertreter der australischen Tierwelt sind die Beuteltiere. Bekannte Vertreter sind die Kängurus mit über 40 Arten, der Koala, der Wombat, der Beutelteufel, die Beutelmaus und die Gattung der Kletterbeutler (Possums). Einzigartig auf der ganzen Welt sind Eier legende Säugetiere (Kloakentiere), die nur in Australien und Neuguinea vorkommen. In Australien sind sie vertreten durch das Schnabeltier (engl. Platypus) und den Ameisenigel (engl. Echidna). Vor der Besiedlung Australiens durch den Menschen waren Plazentatiere nur durch Fledermäuse, Flughunde, Robben und Nagetiere vertreten. Durch den Menschen eingeführte Tiere wie beispielsweise Hunde, Katzen, Kaninchen, Kamele, Füchse, Aga-Kröten stellen eine starke Gefährdung für die australische Fauna dar, vor allem für kleinere heimische Säuger, die der Konkurrenz und dem erhöhten Raubdruck nicht gewachsen sind. Nutztiere wie Schafe und Rinder machen den einheimischen Tieren den Lebensraum streitig, da für deren Ernährung besonders in den steppen- und wüstenartigen Gebieten riesige Flächen benötigt werden. Die Vogelwelt Australiens mit den zahlreichen Papageien (Wellensittiche, Lories, Kakadus) und dem australischen Eisvogel (Kookaburra) ist sehr artenreich. Reptilien sind vor allem mit Schlangen, Schildkröten, Krokodilen und Echsen vertreten. Zwei Drittel aller Schlangenarten, die auf dem australischen Kontinent beheimatet sind, sind giftig.

Zu den Tieren, die dem Menschen akut lebensgefährlich werden können, gehören eine Reihe ganz verschiedenartiger Prädatoren, allesamt Fleischfresser. An Land handelt es sich vornehmlich um Tiere, deren Gift gefährlich ist. Dazu gehören nicht nur die 25 für den Menschen giftigen Schlangenarten aus den Gattungen der Taipane und Tigerottern, sondern auch verschiedene Spinnenarten wie Echte Witwen (Latrodectus hasselti) und Sydney-Trichternetzspinnen (Atrax robustus). In den küstennahen Binnengewässern Queenslands, des Northern Territorys sowie Western Australias droht dem Menschen zudem Gefahr durch Salzwasserkrokodile. Im Meer zählen neben giftigen Würfelquallen Haie als potenzielle Gefahr.

Einen einzigartigen Lebensraum bildet das Great Barrier Reef vor der Ostküste des Bundesstaates Queensland, welches mit seiner Länge von 2012 km das größte Korallenriff der Erde ist. Die intensiv betriebene industrielle Fischerei in den umliegenden Gewässern sowie der Tourismus können zu einer nachhaltigen Störung des empfindlichen ökologischen Gleichgewichts führen.

Australien reagierte auf die Gefährdung seiner Fauna und Flora schon früh mit dem Einrichten von großflächigen Naturschutzgebieten sowohl an Land als auch in Form von Meeresschutzgebieten. Der bereits 1879 gegründete Royal-Nationalpark südlich von Sydney gilt nach dem Yellowstone-Nationalpark als zweitältester Nationalpark der Welt. Rund 12 % der Landesfläche sind zu Schutzzonen erklärt worden. Elf Gebiete gehören dem Weltkulturerbe an. Dazu gehören unter anderem der Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark mit dem Uluṟu (auch: Ayers Rock), das Great Barrier Reef und die Blue Mountains.

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